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Recht4. November 2026 · aktualisiert am 6. November 2026· 10 min Lesezeit

Ruhezeit zwischen zwei Schichten: 11-Stunden-Regel und Ausnahmen

Zwischen dem Ende einer Schicht und dem Beginn der nächsten müssen mindestens 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit liegen (§ 5 Abs. 1 ArbZG). Eine Spätschicht bis 22 Uhr und eine Frühschicht ab 6 Uhr am nächsten Tag sind deshalb nicht zulässig: Es bleiben nur 8 Stunden. Nur in bestimmten Branchen darf die Ruhezeit um bis zu eine Stunde verkürzt werden, und nur mit Ausgleich. Stand: November 2026.

Ruhezeit zwischen zwei Schichten: Was § 5 ArbZG vorschreibt

Das Arbeitszeitgesetz verlangt nach § 5 Abs. 1 ArbZG, dass Beschäftigte nach Ende der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden haben. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Pflicht des Arbeitgebers. Das Gesetz setzt damit die europäische Arbeitszeitrichtlinie um.

Drei Punkte sind in der Praxis entscheidend:

  • Ununterbrochen: Die 11 Stunden müssen am Stück liegen. Arbeit in der Freizeit, etwa ein dienstlicher Anruf, unterbricht die Ruhezeit nach verbreiteter Auffassung.
  • Ab tatsächlichem Arbeitsende: Maßgeblich ist, wann die Arbeit wirklich endet, nicht, wann die Schicht laut Plan enden sollte. Überstunden und Übergaben verschieben den Beginn der Ruhezeit.
  • Pausen zählen nicht zur Arbeitszeit (§ 2 Abs. 1 ArbZG). Sie liegen innerhalb der Schicht. Die Ruhezeit beginnt erst nach dem Arbeitsende. Zu den Pausen selbst lesen Sie den Artikel zur Pausenregelung nach dem Arbeitszeitgesetz.

Bei mehreren Arbeitgebern werden die Arbeitszeiten zusammengerechnet (§ 2 Abs. 1 ArbZG). Wer neben dem Hauptjob einen Nebenjob hat, braucht die 11 Stunden also über beide Tätigkeiten hinweg.

Nicht unter das Arbeitszeitgesetz fallen unter anderem leitende Angestellte und Chefärzte (§ 18 Abs. 1 ArbZG). Für Jugendliche unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 18 Abs. 2 ArbZG). Einen Überblick über das gesamte Gesetz finden Sie im Artikel Arbeitszeitgesetz 2026: Regeln und geplante Reform.

11 Stunden Ruhezeit: Beispiele für den Wechsel von Spät auf Früh

Die Zeiten in der Tabelle sind eigene Rechenbeispiele. Es zählt jeweils das tatsächliche Arbeitsende bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn.

FallRuhezeitErgebnis
Spät bis 22:00 Uhr, Früh ab 06:00 Uhr8 Std.Unterschreitung um 3 Std. Nicht zulässig, auch die Branchenausnahme (mindestens 10 Std.) reicht nicht.
Spät bis 22:00 Uhr, Früh ab 09:00 Uhr11 Std.Zulässig.
Spät bis 22:30 Uhr wegen Übergabe, Früh ab 09:00 Uhr10,5 Std.Verstoß. Der Plan zeigte 11 Std., die Wirklichkeit nicht.
Nachtschicht bis 06:00 Uhr, nächste Schicht ab 17:00 Uhr11 Std.Zulässig.
Gaststätte: Ende 00:30 Uhr, Beginn 10:30 Uhr10 Std.Nur zulässig, wenn innerhalb von vier Wochen oder eines Kalendermonats eine Ruhezeit von mindestens 12 Std. folgt.
Pflege: Spät bis 21:15 Uhr, Früh ab 06:00 Uhr8,75 Std.Auch mit Branchenausnahme nicht zulässig, denn die Verkürzung ist auf eine Stunde begrenzt. Selbst die tarifliche Kürzung um bis zu 2 Stunden (also 9 Std.) würde nicht genügen.

Der dritte Fall ist ein typischer Fehler: Wer nur mit den Planzeiten rechnet, übersieht, dass jede Viertelstunde Überziehung die Ruhezeit schrumpfen lässt. Planen Sie deshalb einen Puffer ein, zum Beispiel 11,5 statt 11,0 Stunden. Das ist eine Planungsempfehlung, keine Gesetzesvorgabe.

Ruhezeit verkürzen: Wann ist das erlaubt?

Die Ruhezeit lässt sich nur auf klar geregelten Wegen verkürzen. Eine bloße Absprache im Team oder die Zustimmung der betroffenen Person genügt nicht. Das Gesetz enthält für § 5 keine Einwilligungsmöglichkeit; das ist unsere Lesart des Wortlauts, keine Rechtsberatung.

WegWas erlaubt istVoraussetzung
Branchenausnahme, § 5 Abs. 2 ArbZGVerkürzung um bis zu 1 Stunde (auf 10 Std.)Nur in den genannten Branchen. Jede Verkürzung wird innerhalb eines Kalendermonats oder vier Wochen durch eine andere Ruhezeit von mindestens 12 Std. ausgeglichen.
Tarifvertrag, § 7 Abs. 1 Nr. 3 ArbZGVerkürzung um bis zu 2 StundenDie Art der Arbeit erfordert es, ein Ausgleichszeitraum ist festgelegt. Auch per darauf gestützter Betriebs- oder Dienstvereinbarung.
Aufsichtsbehörde, § 7 Abs. 5 ArbZGAusnahmen im Rahmen von § 7 Abs. 1, 2 und 2aTarifregelungen fehlen üblicherweise, es ist betrieblich erforderlich, die Gesundheit ist nicht gefährdet.
Behördliche Bewilligung, § 15 Abs. 1 Nr. 4 ArbZGAbweichende Ruhezeit bei regelmäßigem wöchentlichem Schichtwechsel zweimal innerhalb von drei WochenBewilligung der Aufsichtsbehörde.
Notfall, § 14 ArbZGAbweichung bei vorübergehenden ArbeitenNotfälle und außergewöhnliche Fälle, die unabhängig vom Willen der Betroffenen eintreten und nicht anders zu beseitigen sind.

Nicht tarifgebundene Betriebe können tarifliche Abweichungen unter Umständen übernehmen, per Betriebs- oder Dienstvereinbarung oder ohne Betriebsrat per schriftlicher Vereinbarung (§ 7 Abs. 3 ArbZG). Voraussetzung ist, dass der Betrieb im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrags liegt. Wird die werktägliche Arbeitszeit über 12 Stunden hinaus verlängert, müssen danach mindestens 11 Stunden Ruhezeit folgen (§ 7 Abs. 9 ArbZG).

Der Notfall-Paragraf ist eng gefasst. Dauerhafter Personalmangel ist nach unserer Auslegung des Wortlauts kein Notfall. Wer regelmäßig einspringen lässt, braucht eine Lösung im Dienstplan, keine Berufung auf § 14.

Beispiel: Verkürzung mit Ausgleich

Ein Restaurant mit 14 Beschäftigten (Rechenbeispiel) plant am Freitag einen Spätdienst bis 00:30 Uhr und am Samstag einen Dienst ab 10:30 Uhr. Das sind 10 Stunden. Als Gaststätte darf der Betrieb nach § 5 Abs. 2 ArbZG um eine Stunde verkürzen. Dann muss innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen eine andere Ruhezeit der Person auf mindestens 12 Stunden verlängert werden, zum Beispiel nach dem Sonntagsdienst. Ohne diesen Ausgleich, oder bei verspätetem Ausgleich, liegt eine Ordnungswidrigkeit vor.

Ausnahmen nach Branche

Pflege, Kliniken und Betreuung: Die Verkürzung um eine Stunde gilt in Krankenhäusern und Einrichtungen zur Behandlung, Pflege und Betreuung von Personen. Bei Rufbereitschaft können Kürzungen durch Inanspruchnahmen, die nicht mehr als die Hälfte der Ruhezeit betragen, zu anderen Zeiten ausgeglichen werden (§ 5 Abs. 3 ArbZG). Tarifverträge können weitere Anpassungen zulassen (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 ArbZG). Mehr zur Planung in der Pflege finden Sie auf der Seite Dienstplan für Pflege und Sozialbereich.

Gastronomie und Hotellerie: Die Verkürzung um eine Stunde gilt für Gaststätten und Einrichtungen zur Bewirtung und Beherbergung. Typische Konfliktfälle sind der Spätdienst bis nach Mitternacht und der Frühstücksdienst ab 6 Uhr oder Veranstaltungen mit langen Abenden. Eine Kürzung um bis zu 2 Stunden gibt es nur, wenn ein einschlägiger Tarifvertrag sie vorsieht; das hängt vom jeweiligen Tarifvertrag ab. Ein Beispiel für die Praxis zeigt die Seite Dienstplan für Gastronomie und Hotels.

Verkehr: Verkehrsbetriebe stehen ebenfalls in § 5 Abs. 2 ArbZG. Welche Beschäftigten darunterfallen, hängt vom Einzelfall ab; ein Lager ist nicht automatisch ein Verkehrsbetrieb. Für Fahrpersonal verweist § 21a Abs. 5 ArbZG auf EU-Recht. Nach der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 beträgt die regelmäßige tägliche Ruhezeit mindestens 11 Stunden. Sie darf auf mindestens 9 Stunden reduziert werden, höchstens dreimal zwischen zwei wöchentlichen Ruhezeiten.

Einzelhandel, Produktion, Sicherheitsdienst: Hier gibt es keine Branchenausnahme nach § 5 Abs. 2 ArbZG. Es gelten 11 Stunden. Abweichungen sind nur über Tarifvertrag, Behörde oder Notfall möglich; welche Regeln der Tarifvertrag im Bewachungsgewerbe vorsieht, haben wir nicht geprüft. Das betrifft etwa den Schließdienst am Abend mit anschließender Früh-Warenannahme oder den Wechsel von Nacht auf Früh im Schichtbetrieb: Endet die Nachtschicht um 6 Uhr, darf die nächste Schicht frühestens um 17 Uhr beginnen.

Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft: Was zählt als Ruhezeit?

Das Gesetz regelt Rufbereitschaft für die Ruhezeit nur an wenigen Stellen: für Pflege und Kliniken in § 5 Abs. 3 und für Tarifverträge in § 7 Abs. 2 Nr. 1 ArbZG. Die Abgrenzung kommt aus der Rechtsprechung.

  • Bereitschaftsdienst (Anwesenheit am Arbeitsort) gilt nach der Rechtsprechung des EuGH als Arbeitszeit (Überblick bei arbeitszeit-app.de). Er ist damit keine Ruhezeit.
  • Rufbereitschaft (Aufenthaltsort frei wählbar) gilt grundsätzlich als Ruhezeit. Nur der tatsächliche Einsatz ist Arbeitszeit. Nach dem Bundesarbeitsgericht ist Rufbereitschaft nur zulässig, wenn sie noch Raum für persönliche Angelegenheiten lässt (anwalt.de).
  • Sehr kurze Reaktionszeiten können Rufbereitschaft zur Arbeitszeit machen. Der EuGH hat das in den Verfahren Matzak (C-518/15) und Stadt Offenbach (C-580/19) so entschieden, wenn die Freizeit stark eingeschränkt ist.

Offen ist, ob schon ein kurzer Einsatz die 11 Stunden komplett neu starten lässt. Viele Ratgeber gehen davon aus; gesichert ist das nicht, wie Impulse ausdrücklich festhält. Planen Sie vorsichtig: Nach einem Einsatz in der Rufbereitschaft sollten Sie mit einer neuen Ruhezeit rechnen, sofern nicht die Sonderregel für Pflege oder ein Tarifvertrag greift. Für Fahrpersonal gilt: Bereithalten zählt nach § 21a Abs. 3 ArbZG weder als Arbeitszeit noch als Ruhezeit.

Tägliche Ruhezeit und freie Tage

Der EuGH hat am 2. März 2023 entschieden (C-477/21), dass tägliche und wöchentliche Ruhezeit getrennte Rechte sind. Die tägliche Ruhezeit kommt zur wöchentlichen hinzu, auch wenn sie ihr unmittelbar vorausgeht (CURIA-Pressemitteilung). Für die Planung heißt das: Vor und nach freien Tagen sind die 11 Stunden zusätzlich einzuplanen.

Ruhezeit-Unterschreitung: Folgen für Arbeitgeber und Beschäftigte

Ordnungswidrigkeit: Wer als Arbeitgeber vorsätzlich oder fahrlässig die Mindestruhezeit nicht gewährt oder eine zulässige Verkürzung nicht oder nicht rechtzeitig ausgleicht, handelt ordnungswidrig (§ 22 Abs. 1 Nr. 3 ArbZG). Die Geldbuße beträgt bis zu 30.000 Euro (§ 22 Abs. 2 ArbZG). Angaben von 15.000 Euro, die man teils liest, stimmen nicht mit dem Gesetzestext überein.

Straftat: Bei vorsätzlicher Gefährdung von Gesundheit oder Arbeitskraft oder bei beharrlicher Wiederholung droht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe (§ 23 Abs. 1 ArbZG).

Kontrolle und Nachweis: Die Aufsichtsbehörde kann Auskunft und die Vorlage von Arbeitszeitnachweisen verlangen (§ 17 Abs. 4 ArbZG). Aufzeichnungspflichtig ist die über 8 Stunden hinausgehende Arbeitszeit, die Nachweise sind mindestens 2 Jahre aufzubewahren (§ 16 Abs. 2 ArbZG). Ob die Ruhezeit eingehalten wurde, lässt sich ohne erfasste Ist-Zeiten kaum belegen.

Beschäftigte: Mehrere Ratgeber vertreten, dass Beschäftigte vor Ablauf der Ruhezeit unter Umständen nicht zur Arbeit erscheinen müssen und eine Verweigerung ohne Folgen bleibt (HRWare). Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts dazu haben wir nicht gefunden. Ob bei einem Verstoß Vergütungs- oder Schadensersatzansprüche entstehen, ist offen. Im Streitfall hilft Rechtsberatung, der Betriebsrat oder die Aufsichtsbehörde. Der Betriebsrat hat bei der Lage der Arbeitszeit mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG).

So zeigt Ihr Dienstplan Unterschreitungen schon beim Planen

Die meisten Verstöße entstehen nicht aus Absicht, sondern weil der Plan sie erst hinterher zeigt: nach einem Tausch am Vortag, nach dem Einspringen per Messenger oder nach einer Übergabe, die länger dauerte. Diese Regeln helfen (weitere Grundsätze im Leitfaden Schichtplanung: 10 Best Practices):

  1. Hinterlegen Sie den Mindestabstand zwischen Schichtende und nächstem Schichtbeginn als feste Planungsregel.
  2. Prüfen Sie jede Änderung nach, auch Tausch und Ersatz bei Ausfall.
  3. Bevorzugen Sie Schichtfolgen von Früh über Spät zu Nacht. Das ist eine arbeitswissenschaftliche Empfehlung. Das Gesetz schreibt nur vor, die Schichtarbeit nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten (§ 6 Abs. 1 ArbZG).
  4. Notieren Sie bei jeder Branchenverkürzung die Ausgleichsruhezeit von mindestens 12 Stunden mit Fälligkeitsdatum.
  5. Erfassen Sie die tatsächlichen Zeiten und vergleichen Sie sie mit dem Plan.

Mit Shiftfy planen Sie Dienste per Drag-and-Drop. Die Schichtplanung markiert Konflikte während der Planung: Doppelbuchungen, fehlende Ruhezeiten (11-Stunden-Regel) und Überstunden. Mitarbeitende können Schichten in der App tauschen, Führungskräfte genehmigen den Tausch. Fällt jemand aus, benachrichtigt die Notfall-Besetzung zuerst die fünf passendsten Kolleginnen und Kollegen per Push. Auf der Seite zur Zeiterfassung finden Sie die Stempelfunktion, die Ist-Zeiten erfasst, samt Änderungsprotokoll für Korrekturen.

Shiftfy sperrt eine Schicht, weil zwischen Schichtende 23:00 und Schichtbeginn 07:00 nur 8 Stunden Ruhezeit liegen
Liegen zwischen zwei Schichten weniger als 11 Stunden, sperrt Shiftfy die Schicht. Sie passen sie an oder geben sie mit Begründung frei, die Freigabe wird protokolliert (Beispieldaten).

Den Ausgleich nach § 5 Abs. 2 ArbZG und die Frage, welche Ausnahme in Ihrem Betrieb gilt, klären Sie selbst, gegebenenfalls mit Tarifvertrag oder Betriebsrat. Eine Software ersetzt keine rechtliche Prüfung.

Was ändert die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes?

Stand: November 2026. Aktuell gilt § 5 ArbZG unverändert; die letzte Änderung des Gesetzes stammt vom 23.10.2024 und betraf § 5 nicht. Zur Reform kursiert ein Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums. Er ist laut Energie und Recht nicht offiziell veröffentlicht. Nach Accenon gibt es keinen Kabinettsbeschluss und kein laufendes parlamentarisches Verfahren; der Koalitionsausschuss ließ das Thema im Juli 2026 aus dem Reformpaket heraus. Berichten zufolge geht es um elektronische Zeiterfassung und eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit über Tarifverträge (Unsere Kanzlei). Die elf Stunden Ruhezeit stünden nicht zur Disposition, schreibt Management Nord. Das ist offen, solange kein beschlossener Text vorliegt.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden Ruhezeit müssen zwischen zwei Schichten liegen?

Mindestens 11 Stunden ununterbrochen (§ 5 Abs. 1 ArbZG). Sie zählen ab dem tatsächlichen Arbeitsende. In Pflege, Gastronomie, Verkehrsbetrieben, Rundfunk und Landwirtschaft darf die Ruhezeit um eine Stunde verkürzt werden, wenn ein Ausgleich auf mindestens 12 Stunden folgt.

Darf mich der Arbeitgeber nach der Spätschicht zur Frühschicht einteilen?

Nur, wenn zwischen Spätschichtende und Frühschichtbeginn mindestens 11 Stunden liegen. Endet die Spätschicht um 22 Uhr, darf die nächste Schicht frühestens um 9 Uhr beginnen. Ausnahmen gibt es nur für bestimmte Branchen, per Tarifvertrag, mit behördlicher Bewilligung oder im Notfall.

Kann ich freiwillig auf die Ruhezeit verzichten?

Das Gesetz sieht für § 5 ArbZG keine Einwilligung vor. Nach unserer Lesart des Wortlauts rechtfertigt die Zustimmung der Beschäftigten eine Unterschreitung also nicht. Bei Zweifeln im Einzelfall empfiehlt sich Rechtsberatung.

Gilt die Ruhezeit auch für Minijobber und Teilzeitkräfte?

Das Arbeitszeitgesetz kennt diese Unterscheidung bei der Ruhezeit nicht. Es nimmt nur bestimmte Gruppen aus, etwa leitende Angestellte (§ 18 ArbZG). Bei mehreren Jobs werden die Arbeitszeiten zusammengerechnet (§ 2 Abs. 1 ArbZG).

Was kostet es, wenn die Ruhezeit unterschritten wird?

Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 30.000 Euro (§ 22 ArbZG). Bei vorsätzlicher Gefährdung oder beharrlicher Wiederholung kann es eine Straftat nach § 23 ArbZG sein.

Quellen

  1. CURIA-Pressemitteilung: Die tägliche Ruhezeit kommt zur wöchentlichen Ruhezeit hinzu
  2. Verordnung (EG) Nr. 561/2006 (EUR-Lex)
  3. Bereitschaftsdienst, Arbeitsbereitschaft, Rufbereitschaft (Sieda)
  4. Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst: Wann Bereitschaft Arbeitszeit ist (arbeitszeit-app.de)
  5. Rufbereitschaft: Wann ist sie als Arbeitszeit zu vergüten? (anwalt.de)
  6. Wann Rufbereitschaft vergütet werden muss (Impulse)
  7. Was passiert bei Verstoß gegen die Ruhezeit? (HRWare)
  8. Reform des Arbeitszeitgesetzes 2026: Referentenentwurf (Energie und Recht)
  9. Arbeitszeitgesetz-Reform 2026: aktueller Stand (Accenon)
  10. Was der Referentenentwurf zum Arbeitszeitgesetz wirklich vorsieht (Unsere Kanzlei)
  11. Arbeitszeitgesetz-Reform 2026: Kommt der 13-Stunden-Tag? (Management Nord)

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und entworfen und von der Shiftfy-Redaktion fachlich geprüft. Er ersetzt keine Rechtsberatung.

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